Cheers, guys! 7 months in England. b {color:#000000;} i {color:#000000;} u {color:#000000;}
Zwischen Papst, Big Ben und Oxford Street

date: 23th September 2010 | 22.17 h

Da ist man 211 Tage in England und kaum fährt man das erste Mal während seines Aufenthalts in DIE It-Stadt, in DIE Metropole schlechthin, in DIE essenspreisezerfressende Hauptstadt, ist doch glatt Papst Benedikt XVI auch in der Stadt und das auch noch OHNE Absprache. Wir hätten uns absprechen sollen und am Express Tesco gegenüber vom Big Bens treffen sollen, immerhin muss er mit mir kein Englisch reden. Wobei, nach den ganzen Attentatdrohungen kann ich getrost sagen, nicht unglücklich darüber zu sein, dass er mir aus dem Weg gegangen ist.

London ist eine wundervolle Stadt, voller Leben, voller Boutiquen, voller Touristen, voller Emissionen. Freitagnacht (7.07 a.m.) ging es los, von ‘Whitstable Tesco‘ ging es mit dem Bus nach Canterbury und von dort aus geradewegs nach London. Mit von der Partie waren S und K, die, genauso wenig wie ich, anfangs ahnten, was für einen kuriosen aber durchaus amüsanten Tag man in London verbringen kann. Nach etwas über einer Stunde brachte uns der schlechtklimatisierte, aber durchaus komfortable Reisebus nach London, eine Stunde später erreichten wir den Bussammelplatz im Zentrum und stiegen aus in ein wunderschönes, sonniges, frisches (gut, das war gelogen) London. Euphorisch starteten wir einfach los, in Richtung Irgendwo, irgendwo, wo uns unsere Beine hinbringen wollten. Tatsächlich setzten wir uns diesen Leitsatz zur Devise, immerhin fahren 3 Mädels nicht mitten in der tiefsten Nacht mit dem Bus um mit einer Gruppe sightseeing-gieriger Japaner, Franzosen und Deutschen im epilepsie-riskanten Blitzlichtgewitter die Geschichte der Tower Bridge zu entdecken. Nicht, wenn die Außentemperatur unglaublich 20 °C beträgt und die Sonne scheint, als wäre man gerade am Mittelmeer. Und schon garnicht, wenn man Primark, River Island und Chinese Take-Aways direkt nebenan liegen. Behaglich, jar nicht zu schnell und etwas verloren in der Stadt der Queen, kamen wir, eher rein zufällig, zur Westminster Abbey (Onkel Wiki sagt: Westminster Abbey (deutsch: Abtei von Westmünster, Westmünsterabtei; eigentlich The Collegiate Church of St Peter, Westminster) ist eine Kirche in London. Traditionell werden hier die Könige von England (später britische Monarchen) gekrönt und beigesetzt.). Schnell einige Pseudo-Touristen-Fotos geschossen und ab Richtung Themse, Richtung Big Ben, Richtung Express Tesco für ein Sandwich-Frühstück (man muss auch immer seinen Geldbeutel betrachten!).  Gewappnet ergatterten wir uns mehr oder weniger mühsam eine schöne Bank am Fluss mit grandiosem Blick auf den Big Ben (Onkel Wiki erneut: Der Name Big Ben (engl. Kurzform für ‚großer Benjamin‘ ) bezeichnet die mit 13,5 t Gewicht schwerste der fünf Glocken des berühmten Uhrturms am Palace of Westminster in London und nicht, wie gemeinhin angenommen, den Uhrturm selbst. Dennoch wird der Begriff sehr häufig auch auf die Uhr oder den Uhrturm angewandt. Der Glockenschlag von Big Ben gilt im Volksmund als The Voice of Britain (Die Stimme Britanniens)).

 47836 deutsche Touristen später und typisch englisch gestärkt beschlossen wir uns in Richtung Einkaufsmall aufzumachen um unser ganzes Taschengeld für sinnlose Dinge, Schuhe, Taschen und Kleider auszugeben. Schön und gut, an abgezäunten Anti-Kriegs-Demonstranten mit ihren Zelten und Plakaten, dem Buckingham Palace und einem Royal Park vorbei, erreichten wir endlich den Traum eines jeden Mädchens: Die Oxford Street. Etwas in Trance (ACHTUNG: Übertreibung) ging es von einem Geschäft ins nächste, wobei ich mich in gefühlte 100 Schuhe verliebt habe und alle samt mit der Begründung: “Vielleicht nächstes Mal” zurücklegen musste (nächstes Mal bleibe ich unauffällig in der Bond Street stehen und suche mir einen potentiellen Financier, haha). Nachdem ich bei River Island endlich meine Traumtasche erstanden hatte (für unglaubliche 21 Pound (: ), sollte auch gleich die Schlacht, der gefühlte 3. Weltkrieg in Englands billigster Modekette beginnen. Primark auf der Oxford Street fordert hunderte Tote, tausende Depressive und Millionen Verletzte, jeden Tag und das nur, weil man T-Shirts für 4£ kaufen kann. Wer vor der Tür von Primark noch befreundet war, wird spätestens im Laden vor den Umkleidekabinen erfahren, was es heißt, in Feindschaft zu leben. So eine Warteschlange kann schon einmal um die drei Tage dauern, obwohl die Auswahl mehr als reichhaltig ist, deckt sich jeder mit Körben von Klamotten in den Größen 34-46 ein, Körperkontakt ist, im Gegensatz zum Basketball, hier mehr als gern gesehen, so scheint es. Wer keine Geduld hat, sich hinten bei der Schlange anzustellen, kann hoffen, einen Platz vor einem der überall hängenden Spiegel zu ergattern. Sich in aller Öffentlichkeit umzuziehen scheint kein Problem, wenn es darum geht, ein Schnäppchen zu ergattern. Tatsächlich sind die Klamotten alles andere als hässlich und billig und so kamen auch wir mit eher zufriedenstellenden Resultaten aus dem Laden.

 

Bei einer kleinen Pause wurde uns dann erstmals von Sidikas Mutter mitgeteilt, dass auch der Papst heute in London sei und es einige Anschlagsdrohungen gäbe. Wir sollten doch bitte die Westminster Abbey meiden, wo er erwartet wird (aufgepasst? Wo waren wir direkt am Anfang?). Gut soweit, unsere Frage, warum so viele Polizisten überall in London verteilt rumstanden, wurde mit dieser Information beantwortet, sehr viel sicherer fühlten wir uns jedoch auch nicht. Neben dieser „Schreckensmeldung“ (ich muss im Nachhinein sagen, wir sind doch ziemlich gut damit umgegangen, oder?) konnte man jedoch nicht überdecken, dass S und ich schon irgendwie ordentlich einen an der Klatsche haben und auf die bescheuertsten Ideen kommen. So wurden die Polizeiwagen mit ihren heulenden Action-Film-Sirenen von unseren unglaublich kreativen und schön anzuhörenden Beatbox-Rhythmen übertönt, die uns verwirrte Blicke einbrachten, welche ich jedoch als zu schüchterne Geste deuten würde, ich bin mir sicher die Leute hätten gerne dazu geklatscht oder gleich mitgebeatboxt, aber sie haben sich einfach nicht getraut  ;-).

Die Rückfahrt nach einem doch sehr sehr schönen Tag in der Hauptstadt entpuppte sich leider als etwas schwieriger und langwierig, so mussten wir in Canterbury ewig auf den „falschen“ Bus warten, der uns etwa eine halbe Stunde Fußweg entfernt von meiner Gastfamilie absetzte und uns dazu zwang zu laufen. Um quarter past twelve kamen wir dann nach einem 16-Stunden-Power-Tag an waren sehr froh, das die in Windeseile (20 Minuten) dicke blaue Luftmatratze bereits gestern durch unsere Lungenluft aufgeblasen wurde. Bis 1 p.m. schliefen wir mehr oder weniger ruhig, wurden nur ab 7.00 a.m. von meinen kleinen Gastschwestern, die es unheimlich witzig finden samstagmorgens herumzupoltern und zu schreien.

 

Schule nimmt hier leider den größten Part ein und ich muss gestehen, dass ich mir die Fächer etwas einfacher vorgestellt habe, aber sowohl Französisch, English Literature als auch Psychology sind doch anspruchsvoller und sehr viel Arbeit. Überhaupt erwarten die Lehrer hier, dass man sein gesamtes Leben, seine gesamte freie Zeit für die Schule opfert und von einem auf den andern Tag mal eben zwei englische Brooke-Gedichte von Beginn des ersten Weltkriegs analysieren soll. Warum auch nicht? Umso mehr genießt man die Free Periods, die Pausen, die Nescafé-Kaffemaschiene, an der wohl nur wir Deutschen Kaffee statt Kakao oder Tee kaufen und natürlich das ersehnte Ende, auf das jedoch ein Berg weiterer Hausaufgaben wartet. Auch wenn Fächer wie Theatre Higher Level, Maths Studies, Design Technology oder Theory of Knowleadge sehr entspannt ist, leben wir hier, wie auch in Deutschland von Wochenende zu Wochenende. Die sind nämlich jedes Mal ein Highlight.

Morgen noch einmal bis 2.40 p.m. in der Schule hocken und dann ist es endlich so weit: WEEKEND. Bedeutet für mich: Schokokuchen für Cecilie backen, abends Cecilie’s Birthdayparty und ansonsten halt Spaß haben mit Freunden und chilln (:

 

Bis zum nächsten Mal

Cheers!

 

 xx Bianca  

23.9.10 23:17
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
diary
owner
gallery
whitstable
guestbook

Gratis bloggen bei
myblog.de